Iris Niederreiter

Iris Niederreiter

Das arthotel Blaue Gans in Salzburg ist nicht nur eine Schatzkiste an moderner Kunst, sondern auch ein Ort, wo man gepflegt einen guten Drink zu sich nehmen kann, wie zum Beispiel den Lillet-Cocktail KaMi. Die Marketingverantwortliche Iris Niederreiter weiß so einiges über das historische Haus und die dort gepflegte Kultur zu berichten.

Euer Haus steht für Design, Kultur und natürlich Kunst – ihr bietet euren Gästen eine Art Galerie mit mehr als 120 Kunstwerken. Nach welchen Aspekten werden die Künstler bzw. die ausgestellten Werke ausgesucht?

Unser Haus steht und fällt mit dem Besitzer, Herr Andreas Gfrerer, dessen Konzept auf dem Begriff „Begegnung“ basiert. Kunst ist seine Leidenschaft, er kennt viele Menschen aus der Kunst- und Kulturszene. Man trifft sich hier, tauscht sich aus, spricht über gemeinsame Interessenten und dann kommt es schon mal vor, dass uns ein Künstler auch ein Kunstwerk hinterlässt. Zum Beispiel machte Julius Deutschbauer mit seiner Bibliothek ungelesener Bücher hier Station oder auch Carsten Fock, von dem wir etliche Zeichnungen erhielten. Natürlich haben wir auch einen professionalen Partner, Patrick Ebensperger, der eine Galerie in Salzburg als auch in Berlin betreibt und uns immer wieder Vorschläge in Bezug auf Kunstwerke macht. Wenn ein neues Kunstwerk kommt, wird beratschlagt, wo es im Haus optimal positioniert wird – in Bezug auf Thematik und Optik. Das grüne Bild im Innenhof wünschte sich Herr Gfrerer zur Hochzeit und als es dann doch nicht perfekt in sein Zuhause passte, landete es hier im Hotel, wo es seither das Haus schmückt.

Gibt es ein Stück, das bei den Gästen besonders beliebt ist?

Definitiv das interaktive Kunstwerk von David Moises, Shannon‘s Hand, eine Metallbox mit einem Schalter, welche sich im Eingangsbereich des Hotels befindet. Wenn man diesen kippt, öffnet sich die Box und es kommt eine Hand zutage, die sich zum Schalter bewegt, ihn betätigt und sich damit sozusagen selbst „ausschaltet“. Daraufhin zieht sich die Hand wieder in die Box zurück.

Stammt Herr Gfrerer aus der Gastronomie oder aus der Kunstszene?

Die Blaue Gans wird schon in 4. Generation von der Familie Gfrerer geführt, der jetzige Besitzer kennt das Gastgewerbe also schon von seiner Großmutter. Seine Eltern haben das Haus verpachtet und betrieben es nicht selbst. Wenn es das Hotel nicht gegeben hätte, hätte Andreas Gfrerers Weg wahrscheinlich nicht in die Gastronomie geführt, sondern eher in eine kreativere Ecke. Deshalb ist es so wichtig, dass er die Kunst mit dem Hotel verbinden und insofern seine Leidenschaft ausleben kann.

 

Euer Hotel ist auch für Event-Planungen bekannt – was genau ist „La Tavolata“?

Es gibt ein Kellerarchiv, sozusagen der Grundstein des Hauses, gebaut aus dem Mönchsberg-Konglomerat. Das Gewölbe war immer ein Lager, bis es in den 1970er Jahren zu einem sehr bekannten Jazz-Keller (Mexicano Keller) gemacht wurde, wo unter anderem Berühmtheiten wie Ella Fitzgerald auftraten. Diesen Gewölbe-Keller vermieten wir für Veranstaltungen oder Konzerte. Vor unserem Weinschrank befindet sich dort ein großer Tisch für 12 Leute, auf dem wir unseren Gästen unterschiedliche Speisen im „Family-Style“, also in Schüsseln und Pfannen, servieren. Es geht wieder um Begegnungen, ums Teilen, Zusammenrücken und Miteinandergenießen.

Welches Jubiläum feiert ihr heuer? Wie wird dieses gestaltet?

Das Haus wurde von unserem Chef im Oktober vor 20 Jahren übernommen. Anschließend wurde es renoviert und dann im Mai 1998 wiedereröffnet. Seit 2002 gibt es die Marke „arthotel“. Im Zuge des 20. Jubiläums gibt es diverse Renovierungsarbeiten, wie zum Beispiel die Neugestaltung der Fassade zur Getreidegasse, eine Überarbeitung der Zimmer und Gänge oder den Austausch sämtlicher Kastenfenster. Auch die Kunst wird besser in Szene gesetzt, indem in Zukunft eine Bildbeleuchtung zum Einsatz kommt. Am 27. April eröffnen wir dann im neuen Glanz.

 

Wenn Barbara Rett im Rahmen der Salzburger Festspiele in der Lesestube des Hauses für den ORF internationale Künstler interviewt, wen trifft man da zum Beispiel an?

Es kommen natürlich jene, die bei den Festspielen große Rollen spielen, wie zum Beispiel Anna Netrebko, Rolando Villazon, Anett Fritsch oder Tobias Moretti, aber auch die Leiterin des Staatsopernchores oder die Regisseure der Aufführungen.

Logieren viele der Festspiel- Künstler in eurem Haus?

Es kommt immer wieder mal vor, wenn sie nur für kurze Auftritte oder Konzerte in der Stadt sind, aber da die meisten Künstler längere Engagements haben, werden sie in Wohnungen untergebracht, teilweise sogar etwas außerhalb der Stadt, um nicht ständig im Fokus der Öffentlichkeit zu sein.

 

Müssen dann viele Sonderwünsche erfüllt werden?

Wir sind ja als Haus dafür bekannt, dass wir nicht steif, sondern eher relaxt sind und ein legeres Ambiente vorherrscht. Dementsprechend sind auch unsere Gäste und es gibt keine Star-Allüren. Im Gegenteil, die Prominenten wollen „normal“ behandelt werden und einfach nur den Aufenthalt genießen.

 

Wie dürfen wir uns den klassischen Festspiel-Gast vorstellen? Worauf legt er oder sie Wert?

Als Blaue Gans haben wir den Vorteil, dass sich unsere Gäste hier sehr wohlfühlen und auch zu anderen Jahreszeiten wiederkehren. Sie schätzen das Konzept und das Gesamtpaket des Hauses, sind kunstaffin und musikbegeistert. Wir haben viele Unternehmer zu Gast, aber auch freischaffende Künstler. Auch viele Frauen, denn ich denke, dass es generell die Frauen sind, die entscheiden, in welches Hotel gefahren wird. Da wir ein Stadthotel ohne Wellness-Bereich sind, geht es unseren Gästen vorwiegend um Kultur, Kunst, Geschichte, Einkaufen und ein gutes kulinarisches Angebot.

 

Welcher Fokus hat eure Küche?

Grundsätzlich servieren wir traditionelle österreichische Küche „but with a twist“, also ein wenig anders, in unserem Fall eine eher leichte Küche mit einem mediterranen Touch. Wir sind auch für Klassiker wie Innereien bekannt und für das beste Schnitzel der Stadt, das natürlich in Butterschmalz herausgebacken wird.

Besuchst du Veranstaltungen im Rahmen des Festspiel-Programms?

Wenn es sich ergibt, sehr gerne. Manchmal haben unsere Gäste zu viele Karten und geben sie weiter. Es gibt aber das ganze Jahr tolle Veranstaltungen und als Hotel wird man seitens des Tourismusverbandes über alles informiert. Ich war auch schon mal beim Jedermann – das ist schon ein besonderes Erlebnis. Das Ambiente am Domplatz ist einzigartig. Zu dieser Zeit liegt in Salzburg einfach Kultur in der Luft, man spürt es an jeder Ecke und wird davon auf positive Weise infiziert.

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www.blauegans.at

Eine Kooperation mit Lifestylehotels und Lillet.

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